MUT

15. AUGUST 2026 (10.00 - 17.00 uhr)

DIESE MENSCHEN FREUEN SICH AUF EINEN DIALOG MIT IHNEN

KREUZ UND QUEER: HOMOSEXUALITÄT IST TEIL DER SCHÖPFUNG

Ich bin Pfarrer. Und ich liebe meinen Beruf. Menschen begleiten. Hoffnung suchen. Glauben teilen. Und gleichzeitig: Mein eigenes Leben leben. Ich bin verheiratet. Mit David James. Unsere Liebe hat Grenzen überschritten: Länder. Gesetze. Zeiten. Vier Hochzeiten.

 

Kirche und queer – für viele ein Widerspruch. Für mich nicht. In unserer Gemeinde finden Menschen einen Ort. Sicher. Offen. Spirituell. Und manchmal stehe ich auf der Bühne. Als Greta Gallus: Drag. Glaube. Freude. Gehört das zusammen? Ich sage: ja.

 

Was verändert sich, wenn die Kirche beginnt, wirklich alle willkommen zu heißen?


KRIEG UND DER TRAUM VON HEIMAT

Wir hatten schon mal in Deutschland gelebt.

Das Heimweh war zu stark. Von Deutschland zurück in die Ukraine. Wir bauten ein Haus. Die Familie endlich nah, das Glück greifbar. Dann: Sirenen. Drohnen. Nächte ohne Schlaf. Krieg ist kein Wort.

 

Der Krieg ist plötzlich da. Sorgen um meinen Sohn, meinen Mann. Wir alle wissen, was Krieg bedeutet. Also wieder alles zurücklassen.

 

Wiesbaden. Ein zweites Ankommen. Meine Mutter bleibt zurück. Allein und verwitwet. Ein Albtraum für mich. Wie oft kann man gehen?

 

Und wo ist Heimat, wenn man nicht zurückkann?

 


INKLUSION BEDEUTET TEILHABE

Ich will mein Leben selbst bestimmen. Schritt für Schritt. Bus fahren. Ein eigenes Konto. Und bald: meine eigene WG. Ich arbeite im Büro mit vielen Menschen.

 

Im Büro werde ich gesehen. Ich gehöre dazu. Und ich bringe etwas mit: Gute Laune. Freude. Einige nennen mich „Feelgood-Manager“.

 

Vielleicht stimmt das. Theater ist auch ein Teil von mir: Fantasie. Auf der Bühne stehen. Gemeinsam. Und ich mische mich ein. Als Jugendsprecher. Denn wir alle leben in einer gemeinsamen Welt. Jeder gehört dazu.

 

Was verändert sich, wenn wirklich alle dazugehören?

 


ERINNERUNG = VERANTWORTUNG = LAUT SEIN

Ich bin eine von ihnen. Omas gegen rechts. Nicht still. Nicht mehr. Ich sehe fassungslos, was passiert. Wie viele andere kann und will ich nicht wegsehen. Es gilt: Aufstehen! Widersprechen! Sichtbar sein! Auch wenn es unbequem ist. 

Die Geschichte meiner Familie ist kein fernes Kapitel. Flucht. Krieg. Zwang. Und meine Eltern mittendrin. Zwischen den Fronten. Zwischen Polen und Deutschland. 

 

Im Gespräch erzähle ich, warum „Nie wieder“ für mich kein Schlagwort ist, sondern eine Haltung und meine persönliche Verpflichtung – damals wie heute.

 

Was passiert, wenn wir anfangen zu schweigen – wieder?


MEHR ALS HUMANITÄRE HILFE

Angefangen habe ich als Schmied mit Feuer und Metall. Was ich mag: Etwas schaffen, das bleibt. Ein Ergebnis, das man sehen und spüren kann. Heute bin ich Notfallmediziner und Psychotherapeut. Und immer wieder in meinen Gedanken und Tun: Nordsyrien. Krieg, Verletzte und Chaos. Ich will mehr als medizinische Hilfe geben.

 

Ich will Menschen stärken, selbst zu entscheiden. Frauen, frei und unabhängig zu sein. Machtstrukturen ins Wanken bringen. Ungleichheit und Ausgrenzung sind ein Greuel. Ich glaube an Solidarität und Veränderung.

 

Was verändert sich, wenn Menschen merken, dass sie ihr Leben selbst gestalten können?

 

 


MIT DANKBARKEIT ZUM SEELENFRIEDEN

Mein Körper? Immer zerbrechlich, seit meiner Geburt. Jeder Schritt ist langsam. Ich lebe mit der Glasknochenkrankheit. Kein Tag selbstverständlich. Die Schmerzen sind immer da. Aber sie haben mir etwas beigebracht. Zum Beispiel Dankbarkeit. Für meinen Glauben. Für meinen Körper, der mich trägt und für die Kraft, die wächst, obwohl alles dagegenspricht.

 

Ich bin klein, aber nicht leise. Ich bin stark. Ich bin Mutter, Heilpraktikerin und Seelsorgerin. Und ich weiß, was es heißt, nicht aufzugeben. Ich möchte das mit dir teilen.

 

Was passiert, wenn Zerbrechlichkeit zur Stärke wird?


WRITING AS RESISTANCE, TRUTH AND FREEDOM

 A pen. Paper. That was all I had. And still: a voice. 18 months in solitary confinement.

Death threats from the police. Torture under detention. Six years and seven months in prison in Turkey. Articles. Videos. Truth. I showed what others wanted hidden. Police violence. Oppression. Then: accused of terrorism.

 

My “crime” – words. Behind bars: journalists. Dissidents. Silence or break. I chose to write. Poetry. To survive. Now I live in Germany. Life in exile. A new beginning. Not the end. Another arrest warrant is already waiting. And still, I keep writing.

 

What remains when everything is taken from you – except your voice?


MEINEN WERTEN TREU BLEIBEN

Mein Leben, Teil 1: Mexiko, Familie, Tradition und eine Liebe, die mich nach Deutschland brachte. Im Gepäck mit dabei: Die Werte, die mir meine Mutter vermittelt hatte: Verantwortung. Respekt und Freiheit.

 

Mein Leben, Teil 2: Neue Sprache, neue Regeln. Kulturschock. Etwas veränderte sich. Die Ehe war nicht mehr das Richtige. Ich stand allein da. Wieder ein Neuanfang. Wer bin ich, wenn alles wegbricht?

 

Heute studiere ich Psychologie. Ich arbeite. Ich gehe meinen Weg. Und ich halte fest, was für mich wirklich zählt.

 

Wie bleibt man sich selbst treu, wenn alles andere sich verändert?


KUNST IST HEILUNG FÜR DIE SEELE

Zahlen und Farben. Beides lag mir schon immer. In Brasilien habe ich früh „funktioniert“: Arbeit und gleichzeitig Studium. Wirtschaft. Handel. Und nebenbei: Kunst. Leise. Latent. Immer da. Dann kam Portugal. Ein neuer Mut. Dort habe ich mich entschieden, meinem Talent zu folgen.

 

Mein Talent war Kunst. Und Grafik war mein Weg. Heute illustriere ich Bücher. Und öffne mein Atelier als Raum. Für Frauen. Für Kinder. Die ihre eigene Ausdrucksweise suchen und finden. Natur, Stille und auch Schmerz inspirieren und finden ihren Ausdruck. Wir schauen hin. Und erschaffen Neues. Mit jedem Pinselstrich ein Stück Heilung. Wie Nester, die tragen.

 

Was passiert, wenn Kunst mehr ist als nur ein Bild?


GEMEINSAMES HANDELN SCHAFFT ZUKUNFT

Als Deutsche führte mich mein Weg zuerst nach Yale und Harvard. Möglichkeiten ohne Ende! Dann kam Brasilien. Wärme, Armut und Not. Meine Erkenntnis: Nicht wegsehen, handeln! Ich war überzeugt: Menschen können sich selbst helfen.

 

Keine Almosen, sondern Vertrauen durch solidarische Finanzierungsmodelle. Und langsam wird aus wenig mehr. Aus einer Chance werden hunderte.

 

Aus Mut entsteht Zukunft. Frauen gründen. Dörfer wachsen. Unsere Zahlen heute: 800 ländliche Kleinbetriebe. 120 Gemeinden in fünf Staaten Brasiliens. Und das ist erst der Anfang.

 

Was passiert, wenn Menschen anfangen, gemeinsam zu handeln?


DEMENZ – PFLEGEN UND TROTZDEM LEBEN

Die Diagnose meiner Frau kam vor sechs Jahren. Demenz. Und plötzlich war nichts mehr wie vorher. Meine Frau ist da. Und doch verändert sie sich. Jeden Tag ein Stück. Ich bin Ehemann, Vater und Pflegender. Alles gleichzeitig. Der Alltag braucht viel Kraft und Verantwortung.

 

Aber das Schwerste ist etwas anderes. Abschied nehmen. Obwohl der geliebte Mensch noch da ist.

 

Irgendwann die Fragen: Was ist mit mir? Was ist mit meiner Sehnsucht nach Nähe? Was ist mit Schuldgefühlen und Zweifeln? Darf ich weiterleben? Ich habe gelernt: Ja. Auch ich bin noch da. 

 

Was bedeutet es, für jemanden da zu sein – ohne sich selbst zu verlieren?


ZWISCHEN GRENZEN

Ich hätte schweigen können. Nichts sagen. Mich verstecken. Wäre viel einfacher gewesen. Aber ich habe mich entschieden, sichtbar zu werden. Nicht auf einmal. Schritt für Schritt.

 

Es gab viel “Dazwischen”. Serbien und Deutschland zum Beispiel. Oder das, was andere sahen und das, was ich fühlte. Mann oder Frau. Mann und Frau? Oder einfach ich? Viele Entscheidungen später, wovon keine davon leicht war, weiß ich heute: Mein “Dazwischen” ist keine Schwäche. Es ist meine Stärke.

Was passiert, wenn wir aufhören, uns zu verstecken – und anfangen, selbst zu sein?


STIMME, KRAFT UND NEUBEGINN

Australien war wunderschön, aber singen wollte ich in Europa. Ich bin gegangen. Für meine Stimme. Für die Bühne. Die Suche führte nach Köln. Dann nach Wiesbaden. Jeden Abend Oper, Licht, Applaus und Musik. Bis zum Bruch.

 

Meine Ehe endete und ich stand da, allein mit Kindern. Mein neues Leben: Tagsüber Mutter und Weiterbildung. Abends Bühne. Meine innere Stimme sagte: Weitermachen! Nicht stehen bleiben!

 

Heute begleite ich als Life- und Performance-Coach andere: Nicht nur die Stimme auf der Bühne zu trainieren, sondern die innere Stimme zu hören – und den Mut, ihr zu folgen.

 

Was trägt dich, wenn der Applaus verstummt?


MUT, REGELN ZU BRECHEN

Mein Leben lief nicht immer so, wie andere es für mich geplant haben. In Darmstadt aufgewachsen und mit 18 in Marokko verheiratet. Mit einem Fremden.

 

Sieben Jahre und drei Kinder später war ich auf mich allein gestellt. Das Schmerzlichste: Verlust eines Kindes.

 

Das Beste: Traumausbildung mit 41. Mitten im seelischen Monsun, zwischen zwei Welten und unendlich vielen Erwartungen fand ich meinen eigenen Weg. Mein Leben war nicht immer einfach. Und trotzdem bin ich immer weitergegangen. Schritt für Schritt. Heute weiß ich: Aus Schmerz kann neue Kraft entstehen.

 

Was entsteht, wenn man die Regeln bricht – und sich selbst folgt?


ENGAGEMENT GEGEN ALLE FORMEN VON GEWALT

Meine Kindheit war eine Achterbahn. Heim. Anpassung. Misshandlung. Katholische Einrichtungen. Regeln. Und Gewalt. Narben, nicht nur auf der Haut. Mit zehn Jahren zurück zur Mutter und ihrem süchtigen Mann.

 

Es wurde leider nicht besser. Ich kämpfte um mein Recht auf Bildung und ging meinen eigenen Weg: Ausbildung. Durchhalten. Weitermachen. Ex-Frau. Kinder. Outing. Selbständigkeit. 

 

Ich engagiere mich für den Schutz von Kindern und für Menschenrechte. Darüber möchte ich dir erzählen.

 

Wie oft muss man fallen, bevor man anfängt, für sich selbst zu stehen?


TITEL

Text


WURZELN DER UNGLEICHHEIT FILMEN

Ich war 15, als meine heile Welt Risse bekam. Sexualisierte Gewalt war plötzlich ganz nah. Das Opfer: Meine Freundin.

 

Auf einmal war da etwas, das ich nicht mehr ignorieren konnte. Ganz neue Gefühle: Angst. Ohnmacht. Und gleichzeitig: eine Welt, die so tut, als wäre alles normal. Sexismus. Pornografie. Bilder, die gefühlt niemand hinterfragt. Ich begann zu suchen. Nach Antworten. Nach Ursachen. Warum ist das so? Und warum schauen so viele weg?

 

Heute mache ich Filme und gebe Fortbildungen. Über das, was wir nicht sehen wollen. Prostitution. Macht. Strukturen. Mitten unter uns.

 

Was würdest du sehen, wenn du wirklich hinsiehst?


MUT ZU SPRECHEN, ANSTATT ZU SCHWEIGEN

25 Jahre Strafverteidiger mit Fällen, Akten und Urteilen. Aber eigentlich: Mit Menschen, mit ihrem Schweigen, ihren Entscheidungen und Brüchen. Ich sah, was passiert, wenn Dinge unausgesprochen blieben.

 

Plötzlich ging es nicht um andere, sondern um mich: Leukämie. Transplantation. Später Burnout und Depression. Ein Bruch. Sprechen fällt uns oft schwer. Mir ging es genauso. Heute verbinde ich Recht mit Coaching. Begleite Menschen, wenn sie feststecken. Wenn Entscheidungen anstehen. Wenn Worte fehlen.

 

Was passiert, wenn wir aussprechen, was lange unausgesprochen blieb?


Unser starkes Team 2026