DIESE MENSCHEN FREUEN SICH AUF EINEN DIALOG MIT IHNEN

DIE GRENZGÄNGERIN

Alles verheimlichen, nichts preisgeben, das wäre der leichtere Weg gewesen. All meinen Mut zusammenfassend bin den offenen, schwierigen Weg gegangen.

 

Ich war immer zwischen Etwas und musste mich entscheiden. Serbien oder Deutschland. Mann-Sein oder Frau-Sein.

Heute sehe ich das als Gewinn.


FRAUEN, EHE UND TABUS IM ORIENT.

Mit 22 Jahren wurde mir mein Mann von Nachbarn vorgestellt. Er war aus dem Ausland auf Brautsuche. Eine Woche später waren wir verheiratet und ein halbes Jahr später folgte ich ihm nach Deutschland. Naivität, Einsamkeit, Kulturshock. Den ganzen Tag alleine zu Hause, verängstigt, taub und stumm. Jahre später die Trennung. Ich bin froh, meine Stimme wiedergefunden zu haben. Traditionen, Frauen, Ehe und Tabuthemen: Darüber möchte ich erzählen. 


DIE ERSTARKTE

In Darmstadt aufgewachsen. Mit 18 Jahren wurde ich mit einem mir unbekannten Mann in Marokko verheiratet. Sieben Jahre und drei Kinder später war ich auf mich alleine gestellt. Die Erfahrungen zwischen Marokko und Deutschland stärkten mich. Nicht alles war schön. Aber alles ist gut ausgegangen.

 

Mit 41 Jahren hatte ich endlich meine Traum-Ausbildung und bin heute staatlich anerkannte Erzieherin. 


VOM FLÜCHTLINGSKIND ZUM MENTOR

Als Minderjähriger dem Krieg und dem Terror im Irak entflohen. Den langen, harten Weg nach Deutschland gemeistert. Ich habe die Sprache gelernt und war als Sprach-und Kulturmittler ehrenamtlich tätig. Gut integriert und stolz darauf Bäckermeister zu sein. Ich weiß, was minderjährige Geflüchtete fühlen. Ja, meine Erfahrung ist traurig und erfolgreich zugleich. Ich möchte anderen, die hier ohne Eltern gelandet sind und alles von Null anfangen müssen, als Mentor helfen.


MACHEN. SO BIN ICH.

Als gelernte Damenmaßschneiderin aus Persien in die Türkei gegangen. Nächste Station: Exil auf Zypern. Viele Umwege führten mich schließlich nach Deutschland. Immer wieder neu anfangen und Fuß fassen. Nichts  war einfach.

 

Ich schaue nach vorne. Das Leben fließt und ich muss Macherin sein, um alles hinzubekommen. Aber das Machen, das ist ein wichtiger Teil von mir.


ICH HABE HIER MEINE 2. HEIMAT GEFUNDEN

Wegen einer politischen Aktion Hals über Kopf meine erste Heimat alleine und mit zwei kleinen Kindern verlassen. Fünf Tage mit dem Bus unterwegs. Grenzkontrolle, Angst. Mit Offenheit und Respekt habe ich hier Freunde und mein zweites Zuhause gefunden. Ausbildung, Weiterbildung und Arbeit habe ich gemeistert und als junge Witwe drei Kinder allein großgezogen. Gegenseitige Anerkennung und Toleranz sind das Rezept meines zufriedenen, erfüllten Lebens.


DIE BRÜCKENBAUERIN

Als Kind wollte ich verstanden werden. Ich habe nie in die Schublade gepasst, in die man mich stecken wollte. Nirgendwo habe ich wirklich dazugehört.

 

Mein Fazit: Heute lebe ich die vermeintlichen Gegensätze, halte Spannungen aus, verschiebe Grenzen und erkunde Entwicklungsräume. Denn: Ich sitze nicht zwischen zwei Stühlen, sondern in der Mitte und lebe das „Beste“ aus beiden Kulturen.


ICH HABE FRÜH GELERNT, UNABHÄNGIG ZU SEIN

Aus Kisumu, Kenia, voller Hoffnung und Angst nach Deutschland gekommen. Als Au-Pair gearbeitet, Gelegenheitsjobs gemacht, für mich und mein in Kenia gebliebenes Baby gesorgt. Vollzeit Studentin und Teilzeit Putzfrau. Abgeschlossenes Studium in Deutschland.

 

Meine Tochter lebt inzwischen bei mir und genießt ein fröhliches Leben und eine solide Bildung. Ich bin ich: Farbenfroh. Eine Kämpferin.


der weg zu identität und zugehörigkeit

 

Meine Geschichte ist die von zwei Kulturen. Erst Kindheit und Schulzeit in Kalkutta, dann das Erwachsenwerden in Deutschland. Ein indischer Großvater, der Freiheitskämpfer war und ein deutscher Großvater mit Nazi Vergangenheit.

 

Die Suche nach Zugehörigkeit, Heimat und Identität ist zu meinem Weg geworden. Heute lebe ich in der Fülle der Kulturen und begleite therapeutisch Menschen auf ihrem Weg.